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Nordland, dreimal anders
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Am Morgen des dritten Tages verstehe ich, warum die Albaner ihre Küste „Bregu" nennen – den Rand. Alles hier endet abrupt: die Straße, das Land, der Lärm.
Wir starten in Shkodra, wo die Fahrradklingeln lauter sind als die Autos, und nehmen die alte Nationalstraße nach Süden. Es ist die Art Route, die man nicht plant, sondern aushandelt: mit dem Wetter, mit den Ziegen auf der Fahrbahn, mit dem eigenen Bedürfnis, alle zwanzig Kilometer stehen zu bleiben.
In Theth, hoch in den Verwünschten Bergen, sitzt Gjovalin auf einer Bank vor seinem Steinhaus und erzählt, dass früher der Winter fünf Monate dauerte und niemand kam. Heute kommen im Juli dreißig Wanderer am Tag. Er sagt es ohne Vorwurf, mehr wie eine Wetterbeobachtung.
Wo die Straße dem Meer nachgibt
Hinter dem Llogara-Pass fällt die Straße in Serpentinen zum Wasser ab. Der Ionische Golf liegt so unwirklich türkis da, dass man kurz an eine Retusche glaubt. Unten in Himarë ist um zehn Uhr morgens noch nichts geöffnet außer einer Bäckerei, in der eine Frau Byrek in Bleche schneidet.
„Wir wollen Gäste, keine Massen. Aber wer entscheidet das, wenn erst der Flughafen wächst?"
Es ist die Frage, die diese Reise begleitet. Albanien verzeichnete 2025 mehr als zehn Millionen Ankünfte – bei knapp drei Millionen Einwohnern. Die Küste zwischen Vlorë und Sarandë ist der Ort, an dem sich entscheidet, ob daraus ein zweites Montenegro wird oder etwas Eigenes.
Drei Orte, die bleiben
Theth – Steinhäuser, Wasserfälle und der Beginn des Wanderwegs nach Valbona.
Berat – die Stadt der tausend Fenster, am schönsten eine Stunde vor Sonnenuntergang.
Porto Palermo – eine Festung auf einer Landzunge, dazu die stillste Bucht der Riviera.
Beste Zeit Mai, Juni und September – im August ist die Riviera voll.
Anreise Direktflug nach Tirana, ab dort Mietwagen oder Kleinbus.
Dauer 12 – 15 Tage für Norden und Küste ohne Hetze.
Am letzten Abend in Ksamil sitzen wir auf einer Mauer, während die Fähre nach Korfu ablegt. Ein Junge verkauft Feigen aus einem Eimer, drei für hundert Lek. Es ist genau der Moment, den man später niemandem richtig erklären kann – und deshalb wiederkommt.













